Photarion's Whippets

Angst und Panik bei Hunden

Silvester ist gerade vorbei. Viele Hundebesitzer litten mit ihren ängstlichen Hunden mit. Ein aktuelles Thema, weshalb ich hier über unsere Robin berichte.
Im Alter von 3 Jahren fing sie an, unter starken Angstzuständen zu leiden. Knallereien, Feuerwerk, Gewitter, Fliegen und andere Insekten machten ihr zu schaffen. Die Sommer wurden für sie fast unerträglich in freier Natur. Vor jeder Fliege rannte sie wie verrückt davon, fing an zu hecheln und ihr Herz raste. Sie suchte sich dann meist eine geschützte Ecke. Kam dazu noch ein Gewitter, war es für sie der wahre Alptraum. Stundenlang hielt dieser Zustand an, ehe sie sich wieder beruhigte. Oftmals dachten wir, sie bleibt uns jetzt weg, so sehr bebte ihr Körper und schlug ihr Herz. Silvester und die Tage davor waren für Robin und für uns keine Freude mehr. Natürlich haben wir uns gefragt, was die Ursache dieser extremen Angstzustände sein könnte, denn in ihren ersten Lebensjahren hatte sie die nicht. Im Sommer 2005 gab es in Berlin ein starkes Unwetter. An einem sonnigen heißen Tag im Juli wurde es plötzlich schwarz am Himmel. Orkanartige Stürme und heftige Gewitter kamen auf. Wir rannten panisch um unser Haus herum, um alles zu sichern, was nicht niet‑ und nagelfest war. Äste von Bäumen flogen durch den Garten und alles wurde verwüstet. Diese Aufregung bekamen natürlich auch unsere Hunde mit und wir denken, dass das für Robin ein traumatisches Erlebnis und somit der Auslöser für ihre Angstzustände war.
So fingen wir an, Robin mit Kräutern zu behandeln, die das Nervensystem stabilisieren sollten. Wir versuchten, sie etwas „loszulassen“, sie nicht mehr zu sehr zu bedauern, wenn sie diese Angstzustände bekam, auch wenn uns dies furchtbar schwer fiel. Wir bemerkten, dass sie so tatsächlich besser mit ihrer Angst umgehen konnte. Robins Zustand besserte sich somit ein wenig und sie hatte wieder mehr Lebensqualität.
Im Frühjahr 2009 verschlechterte sich ihr Zustand wieder. Aus heiterem Himmel fing sie nun an, zu zittern und zu hecheln und schaute mit ängstlichem starren Blick. Sie war fast nur noch ruhelos.
Da kam uns der Gedanke, ob es vielleicht ein Herzleiden sein könnte und so machten wir bei Frau Dr. Kattinger (Herzspezialistin) einen Termin zum Herzcheck. Es wurde ein Herzultraschall inkl. Dopplersonographie gemacht. Erfreulicherweise war der Befund am Herzen nicht beunruhigend. Die Diagnose war eine geringgradige Mitralklappenfibrose. Eine Herztherapie war nicht notwendig und Robins ängstliches Verhalten war nicht kardial bedingt. So schlug uns Frau Dr. Kattinger eine Blutprobenentnahme für ein Schilddrüsenprofil vor. Als Diagnose stellte sich eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) heraus. Diese Erkrankung kann u.a. starke Angstzustände hervorrufen. Robin bekam Forthyron-Tabletten verordnet und schon nach ein paar Tagen stellte sich eine Besserung ein. Nach zwei weiteren Blutabnahmen, jeweils im Abstand von 4 Wochen, war sie nun richtig mit der Dosierung der Tabletten eingestellt. Ein paar Wochen später war Robin wie umgewandelt. Keine Fliege konnte sie mehr aus der Fassung bringen, wenn sie im Garten auf ihrer geliebten Liege lag. Gewitter konnte sie ertragen, ohne dass sie gleich in Panik geriet. Sie war entspannt und man spürte ihre neue Lebensfreude. Es ging ihr von da an wieder richtig gut. Darüber sind wir sehr sehr glücklich und hoffen, dass es so bleibt. Robin wird nun ihr Leben lang die Tabletten täglich einnehmen müssen, was aber das kleinere „Übel“ ist. Halbjährlich wird zur Kontrolle ein Schilddrüsenprofil gemacht, wobei unsere Maus ganz tapfer die Blutabnahme über sich ergehen lässt.

Eine Ausnahme bildet die Silvesterknallerei. Dazu muss man Folgendes sagen: Obwohl wir hier sehr ländlich leben, haben wir in unmittelbarer Nähe das Märkische Viertel. Es ist eine Satellitenstadt mit ca. 50.000 Einwohnern. Hier wird schon Tage vor Silvester “geprobt” und in der Silvesternacht herrscht ein fast kriegsähnlicher Zustand.
Für Robin ist es daher unumgänglich, den Jahreswechsel mit einem Beruhigungsmittel zu überstehen. Natürlich haben wir auch das mit unserer Tierärztin abgesprochen. Würden wir darauf verzichten, wäre die Gefahr für sie zu groß, durch stundenlanges Herzrasen, einem Herztod zu erliegen. Ihre Panikattacken sind leider nicht nur von kurzer Dauer, der unerträgliche Zustand hält über einen langen Zeitraum an.
Mithilfe der am Nachmittag eingenommenen Tablette, wird sie immer ruhiger und entspannter und überschläft dann die Silvesternacht.

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